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Nachhaltigkeit im Kleiderschrank

Interview mit Susanne Rudolf

    In dieser Episode spreche ich mit Susanne Rudolf darüber, dass Kleidung leihen eine gute, nachhaltige Alternative zu Kleidung kaufen sein kann. Es hat viel mit unserem Bewusstsein für das einzelne Kleidungsstück zu tun.

    Bei Kleihd (eine Wortschöpfung aus Kleid und dem h von leihen) kann man in der Boutique in Zürich vor Ort Kleidung leihen, anstatt sie zu kaufen. Oder aber man bucht die Kleidung online und sie wird einem per Post zugesandt. Außerdem kann man Kleidung, die man selbst nicht mehr trägt, in die Boutique bringen. Festtagsmode für Galas, Partys und besondere Anlässe wird am meisten ausgeliehen. Der Renner in der Boutique wechselt stets. Derzeit läuft der schwarze Glitzer-Jumpsuit am besten.

    Herstellung von Kleidung

    Für die Herstellung von Kleidung werden große Mengen an Ressourcen (u. a. Wasser) verwendet. Hinzu kommt, dass pro Person einige Kilo Kleidung pro Jahr weggeworfen werden. Dieser Kreislauf macht natürlich wenig Sinn. Durch die Kleidungsmiete verleihen wir unserer Kleidung eine längere Lebensdauer. So können wir auch unseren CO2-Fußabdruck minimieren.

    Früher gab es im Jahr 4 Kollektionen anhand der vier Jahreszeiten. Heutzutage gibt es im Schnitt alle zwei-drei Wochen eine neue Kollektion. Abgesehen davon, dass wir Geld sparen, wenn wir nicht jeden Monat neue Kleidung anschaffen, bekommen wir eine neue Beziehung zu unserer Kleidung, wenn wir bewusst wählen, welche Kleidungsstücke es in unseren Kleidungsschrank schaffen – und welche nicht.

    Kleidung wie neu

    Hast du schon mal von Kleiderpartys gehört? Freunde treffen sich und bringen ihre Kleidung mit, die sie tauschen möchten. Man kommt zusammen, es gibt lecker Essen, tolle Musik und die Kleidungsstücke werden untereinander getauscht. Probiere es gern mal mit ein paar Freunden aus!

    Kleidung ausleihen bedeutet, dass man sich mit der Mode auseinandersetzt und überlegt, welche Kleidungsstücke zusammenpassen. Das kann etwas anstrengend sein, wenn man nicht so sehr modeaffin ist. Daher steht die Idee im Raum, den Kunden Outfits vorzuschlagen und sie ihnen zusammenzustellen. Modeaffine Menschen haben Freude daran, sich Outfits zusammen zu stellen, aber es kann schwierig werden, sich nach der Leihfrist von der Kleidung zu trennen. Das Konzept des Kleidungleihens global anzubieten stößt auf neue Herausforderungen in der Logistik. Es wäre natürlich klasse, wenn man ein Kleid in Oslo in der Boutique leihen könnte, und es in Paris wieder abgibt, aber wie sehr passt es dann noch zum Nachhaltigkeitsgedanken?

    Susanne und ihr Team der Kleihd-Boutique möchten zukünftig ihre Ladenfläche vergrößern, den Online-Shop überarbeiten und insgesamt noch präsenter werden. Sie sind sehr offen, anderen Communities beim Aufbau einer Boutique mit ihrem Know-How zur Seite zu stehen.

    Jetzt bist du dran!

    Aus jeder Episode ergibt sich für die HörerInnen eine kleine Aufgabe. Mach mit und schenke der Welt deinen wundervollen Beitrag!

    Deine Aufgabe

    Frage dich “Wieso?” – “Wieso brauche ich dieses Kleidungsstück?”. Bist du gerade von der neuesten Werbung getrieben oder möchtest und brauchst du das Kleidungsstück? Unterbrich den Impulskauf und hinterfrage die Nutzung und die Freude, die dir das Kleidungsstück bringt. Frage dich auch, ob du es im herkömmlichen Geschäft kaufen muss, oder es in einem Second Hand Laden bekommst. Vielleicht kannst du das Kleidungsstück ja auch leihen?

    Sieh dir hier das Interview auf meinem YouTube-Kanal an.

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